Psychotherapie in Wien - Psychoanalytisch-psychodynamische Therapie/Analytische Psychologie
Was prägt meine Haltung als Psychotherapeutin?
Mein beruflicher Weg begann vor rund 25 Jahren mit dem Psychologiestudium an der Universität Warschau und anschließend mit der Psychotherapieausbildung am Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie in Warschau.
In dieser Zeit bin ich Menschen begegnet – Mentor*innen, Kolleg*innen, Gefährt*innen und Patient*innen –, die mich mit Offenheit und Großzügigkeit in die tiefe Beschäftigung mit dem Seelischen eingeführt haben.
Die Jahre, die folgten, waren einerseits von psychologischer und therapeutischer Arbeit geprägt und brachten viele wertvolle Erfahrungen mit sich. Andererseits waren sie gefüllt mit Veränderungen und Herausforderungen des Lebens, die es zu meistern galt.
Ich erkannte: In einem helfenden Beruf entsteht Erfahrung nicht allein durch Ausbildung oder berufliche Tätigkeit. Sie entsteht ebenso durch das gelebte eigene Leben – durch persönliche Wege und Umwege, Begegnungen, Beziehungen, Veränderungen und manchmal auch Krisen.
Heute lebe und arbeite ich in Wien als Psychotherapeutin in Fachausbildung unter Lehrsupervision und als klinische Psychologin. Ich begleite Erwachsene im Rahmen tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie und Analytischer Psychologie nach C.G. Jung. Meine psychotherapeutische Unterstützung biete ich auf Deutsch, Polnisch und Englich an.
Die Länder, die Kultur und die Sprache haben sich verändert. Meine Verbundenheit mit dem Seelischen und die Achtung ihm gegenüber ist geblieben, hat an Tiefe gewonnen und möchte gelebt werden.
Jeder Mensch ist einzigartig.
Unsere Bedürfnisse ähneln einander oft mehr, als wir denken. Wie wir jedoch gelernt haben, sie wahrzunehmen, auszudrücken oder zurückzuhalten, ist zutiefst individuell.
Die Erfahrungen, die wir – oft bereits sehr früh im Leben – mit Nähe, dem Sich-Zeigen, mit Verlust oder Verletzlichkeit machen, prägen unsere innere Welt, unser Selbstverständnis und unsere Beziehungen nachhaltig.
Deshalb gibt es für mich im therapeutischen Prozess selten ein einfaches „richtig“ oder „falsch“. Ein Satz von Dschalal ad-Din Muhammad Rumi begleitet mich seit vielen Jahren:
„Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“
Dieser Gedanke beschreibt für mich etwas Wesentliches in der therapeutischen Arbeit: einen Raum, in dem Menschen sich zeigen dürfen, ohne bewertet zu werden. Einen Raum, in dem auch unsere ungeliebten, beschämten oder widersprüchlichen Seiten behutsam verstanden werden dürfen – und die Bedürfnisse, Konflikte oder Verletzungen, die sich in ihnen ausdrücken.
Seelischer Schmerz erscheint mir dabei selten sinnlos. Vielmehr verstehe ich Symptome, schmerzliche Lebensphasen oder (seelische) Krisen als einen Versuch der Psyche, auf ein inneres Ungleichgewicht aufmerksam zu machen oder einen Weg zu finden, mit widersprüchlichen inneren Bedürfnissen und Bestrebungen umzugehen.
Was bedeutet Entwicklung im Laufe des Lebens?
Ich verstehe mich als Tiefenpsychologin und Entwicklungspsychologin.
Der Mensch bleibt sein Leben lang entwicklungsfähig und – nach C. G. Jung – auf Entwicklung ausgerichtet. Bei Kindern und Jugentlichen ist das besonders sichtbar, und wir bemühen uns meist selbstverständlich darum, gute Bedingungen für ihre Entwicklung zu schaffen.
Doch wie aufmerksam sind wir unseren eigenen Entwicklungsbewegungen gegenüber – später im Leben? Hören wir hin, wenn sich etwas in uns regt, das bisher keinen Platz hatte oder zu wenig gelebt werden konnte?
Gerade in der zweiten Lebenshälfte entstehen oft neue und wesentliche innere Fragen. Vieles im Außen scheint geklärt, die Identität wirkt stabil – und dennoch meldet sich etwas in uns, das nach Ausdruck, Lebendigkeit und Sinn sucht.
Nicht selten beginnt dieser Prozess mit einer Krise. Etwas geschieht, das uns erschüttert oder aus dem gewohnten Leben herausführt: eine Erkrankung, eine Trennung, ein Verlust, eine berufliche Veränderung oder eine tiefe Enttäuschung.
Es sind Momente, in denen Menschen sich fragen:
- „Ich funktioniere nur noch – wo bin ich selbst geblieben?“
- „Womit habe ich die letzten Jahre meines Lebens verbracht?“
- „Was ist das, was ich fühle?“
- „Was ist mir wirklich wichtig?“
- „Wie möchte ich leben – trotz aller Begrenzungen und Schwierigkeiten?“
Krisen sind schmerzhaft. Gleichzeitig können sie Wege zu einem bewussteren und authentischeren Leben öffnen.
Welche Erfahrungen prägen meinen Blick auf den Menschen?
Seit mehreren Jahren begleite ich als klinische Psychologin ältere und hochbetagte Menschen in krisenhaften und belastenden Lebenssituationen. Dabei begegne ich existenziellen Themen wie Einsamkeit, Krankheit, Verlust, Abschied und Tod – und zugleich dem Wunsch nach Lebendigkeit, Würde und Verbundenheit.
Diese Erfahrungen schärfen meinen Blick auf das Wesentliche im Leben. Sie lehren mich Behutsamkeit und Demut gegenüber den Lebensgeschichten von Menschen, dem Ringen um Menschlichkeit, trotz allen Widrigkeiten des bisherigen Weges.
Auch die Erfahrung der Migration und des Lebens in einer nicht-eigenen Kultur haben mich geprägt und gelehrt: In manchen Lebensentwürfen gibt es nicht nur ein Zuhause - es kann mehere geben. Und vielleicht ist das wichtigste Zuhause jenes in der Beziehung zu sich selbst.
Berufliche Stationen meines Weges waren unter anderem:
- Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie in Warschau
- Centre Alfred Binet in Paris
- Allgemeines Krankenhaus Wien – Abteilungen für Neonatologie und Kinderkardiologie
- Heinrich-Sengelmann-Kliniken in der Metropolregion Hamburg
- Fonds Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser Wien
Was erwartet Sie in der Zusammenarbeit mit mir?
Im Zentrum meiner Arbeit stehen Sie mit Ihrem Erleben, Ihrer Geschichte und Ihrer inneren und äußeren Welt.
Die therapeutische Beziehung verstehe ich als einen geschützten Raum, in dem sich Ihre Prozesse entfalten können.
Die tiefenpsychologische und analytische Arbeit nach C. G. Jung bezieht dabei nicht nur Gedanken, sondern auch Gefühle, innere Bilder, Träume und die Symbolsprache der Seele mit ein.
In der gemeinsamen Arbeit können entstehen:
- mehr Selbstverständnis und innere Klarheit
- eine bewusstere Beziehung zu sich selbst
- Raum für Gefühle und Ambivalenzen
- Zugang zu inneren Ressourcen
- neue Perspektiven für Entwicklung